Kaum zu rechtfertigen?

Dr. Andreas Loos ist Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) für Systematische Theologie.Der Glaube an Gott angesichts des Leidens (Autor: Dr. Andreas Loos)

Wie können Menschen angesichts des Leidens in dieser Welt an einen gütigen und allmächtigen Gott glauben? Im Communicatio-Magazin 1/2019 formuliert Dr. Andreas Loos, Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) für Systematische Theologie, eine leidsensible Lehre von Gott. Und er gibt eine Antwort, wie Menschen im Leid ein Ja zu Gott finden können: Denn Gott selbst erleidet die Übel und das Böse der Welt. In der Auferweckung Jesu Christi von den Toten hat er unter Beweis gestellt, dass Tod und Leiden nicht das letzte Wort haben. Dr. Loos schreibt:

 

Das Leid ist – nach wie vor – der Fels des Atheismus. Da stimme ich Joachim Kahl erst mal zu (Anm. d. Redaktion: Dr. Dr. Joachim Kahl hat in einem anderen Beitrag im Communicatio-Magazin die zwei Säulen des Atheismus definiert). Die personal-theistische Vorstellung von einem gütigen, allmächtigen und allwissenden Gott, der die Welt erhält, regiert und zu einem guten Ziel lenkt, zerschellt vielen Menschen, wenn sie mit der üblen, leidvollen und schmerzhaften Dimension des Lebens konfrontiert sind. Aber ich bin so frei und frage zurück: Kann denn der Atheismus vernünftigere und hilfreichere Antworten geben, um die Leiden der Welt zu bewältigen? Der Philosoph Holm Tetens, der sich selbst zu den atheistischen Naturalisten zählt, ist eindeutig skeptisch (Gott denken, S. 78):

«In der Perspektive des Naturalismus lässt sich gegen die Übel und Leiden in der Welt ankämpfen, aber nur in einer problematischen Haltung wie der Resignation, der tragischen Auflehnung, des zynischen egoistischen Hedonismus oder des selbstzerstörerischen Selbsterlösungswahns und in jedem Falle in der moralischen Verlegenheit, ungeheuer viel von den Übeln und Leiden in der Welt bestenfalls als Mittel zum Menschheitsfortschritt einen vermeintlichen Sinn zu verleihen.»

Weil mir die leidenden Menschen am Herzen liegen, höre ich nicht damit auf, das Leid theologisch – also auf dem Weg über Gott – zu bedenken. Der Fachausdruck dafür heisst «Theodizee».

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Dr. Andreas Loos ist Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) für Systematische Theologie.

Anschrift

Chrischona Adliswil
Austrasse 7
8134 Adliswil

Ansprechpartner

André Kirchhofer, Pastor
Tel.: 044 710 61 33

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